Wie dumm kann man sich als Fernpilot anstellen?
Während die Lößnitzgrundbahn nach Radeberg schnaufte, wollte sich meine Drohne noch mal das Schloss Moritzburg im Winter ansehen. Im April war hier schon mal die kleine Drohne zugange, aber ich hoffte mit den drei Kameras der dicken Drohne auf ein paar neue Perspektiven.
Morgens hatte ich mich schon gewundert, warum der Zug nach Moritzburg so gut gefüllt war, mittags hatte ich über die abertausenden Autos gestaunt, die in die Stadt drängten, mir aber nichts weiter dabei gedacht.
Meine Flugvorbereitung war natürlich wie immer sorgfältig, ich überprüfte die üblichen geografischen Bereiche, von denen sich meine Drohne fernhalten muss, suchte auf der Karte nach Flächen, auf denen sich jene Pferde aufhalten könnten, für die Moritzburg offenbar berühmt ist, überprüfte, ob auch im Winter Kutschfahrten mit Pferden stattfinden, die das Surren einer Drohne vielleicht nicht ganz so geil finden. Außerdem brauchte die große Drohne mehr Platz zum Starten und Landen, weil sie mir Abstand zu unbeteiligten Personen halten muss. Temperatur und Taupunkt passten auch noch, die Akkus waren immer noch vorgewärmt in der Jackentasche.
Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass im Winter jemand den Stöpsel zieht und hunderte Menschen auf dem beinahe leeren Schlossteich Schlittschuh laufen. Nun ja.



Es blieb darum bei ein paar wenigen Aufnahmen aus großer Entfernung zum Wasser. Und ich bin immer noch verblüfft, dass ich ganz offensichtlich nicht damit gerechnet habe, dass Moritzburg zu den Feiertagen, an denen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ in Dauerschleife läuft, ein beliebtes Reiseziel sein könnte. Oder dass das Wasser aus dem Schlossteich abgelassen wird.






